Da ist sie wieder, die Blues-Allstar-Band um Mick Stover! Mit dem Debüt "Vol.1 - Shotgun wedding" konnte das Projekt THE GENTLEMEN´S BLUES CLUB aus L.A. voll überzeugen, und das neue Werk lässt wieder absolut keine Fragen offen. Ein Blick auf das Cover der Autofetischisten mit Heiratsängsten, der erste Groove - und der Blues spricht sein Gebet. Mit einem funkigen Tritt in den Hintern meldet sich der GENTLEMEN´S BLUES CLUB zurück, bringt auch diesmal wieder einen bunten Haufen an angesagten Bluerockern Kaliforniens mit. Egal ob nun packende Groover wie "The sky´s on fire" oder das coole "State of grace", schweißtreibende Boogies wie "Run" mit starkem Harmonikaspiel, funkige Nummern oder das Soulmonster "Take time out to hear me some blues" mit geilem Bläsereinsatz, das jeden Fan der COMMITMENTS begeistern wird, "Longhorn honeymoon" macht unglaublich Spaß. Der Volumenregler geht bei dem druckvollen Sound sofort nach oben, stillsitzen geht mal gar nicht. Die erstklassigen Gitarren rocken das Haus, dazu die starken rauen Gastvocals von Alan Mirikitani und die nicht ganz so sauberen, dafür mit Soul und Blues getränkten Vocals von Dave Osti aus der GENTLEMEN´S-Zentrale, eine beängstigend groovende Rhythmussektion, alles hörbar mit viel Energie und Spielfreude vorgetragen - klasse. Hier gibt es endlich mal ein Allstar-Projekt zum Vorzeigen - statt sich nur auf Namedropping auszuruhen, lässt man die Musik sprechen. Aus den ausgetretenen Pfaden des Blues(Rock) soviel rauszuholen durch Feeling und Musikalität, das spricht für den Status der beteiligten Musiker und lässt hoffen, dass der GENTLEMEN´S BLUES CLUB noch lange seinen Blues sprechen lässt. "Longhorn honeymoon" ist noch eine mächtige Portion besser, erdiger und rockt mehr als das starke Debüt "Vol.1 - Shotgun wedding". Für mich ganz klar das Blues-Highlight des Jahres, das sich hartnäckig im Player festsetzt.” - WOSFrank

Vampster

Mir schwant ja so einiges. Unter anderem scheint sich die Ära der Musik-CD unweigerlich und ziemlich rasant ihrem Ende zu nähern. Es gibt beispielsweise nur noch ganz wenige Major-Labels. Die Fusionen und Elefantenhochzeiten der letzten Jahre erinnern dabei stark an die Geschehnisse in anderen Wirtschaftszweigen. Die Wirtschaft an sich hat sich globalisiert, nur die Größten und Stärksten werden überleben. Das erinnert nicht zufällig an einen Herrn namens Charles Darwin, dem allerdings ursprünglich ein ganz anderes Terrain am Herzen lag. Wenn der wüsste …! Dabei werden seine Lehren heutzutage ausgesprochen kritisch betrachtet. Vielleicht sollte auch mal jemand das entfesselte kapitalistische Wirtschaftssystem kritisch unter die Lupe nehmen. Jedenfalls sind wir als Musikfreunde von der sogenannten globalisierten Wirtschaft betroffen. Wenn ich in irgendeiner City einen Plattenladen suche, werde ich in aller Regel scheitern! Also renne ich verzweifelt in einen Blöd- oder Geizhalsmarkt und entdecke unter ferner liefen einige Musik-CDs von den besagten Oligopol-Labels und komme mir vor wie im 'Wettbewerb' der Stromanbieter. Außer gnadenlos vermarkteter Plastikware und ein paar Mainstream-Dinosauriern wie Bruce Springsteen oder Mark Knopfler kann ich nix entdecken, was ansatzweise mit schnörkelloser Rockmusik zu tun hat. Von Bluesrock oder anderen vermeintlich antiquierten Musikstilen wollen wir mal lieber erst gar nicht reden. Da bleibt also als erste Adresse das World Wide Web. Download ist der Markt der Zukunft, so wird es uns suggeriert, und der gemeine Musikfreund denkt wehmütig an alte Zeiten zurück, als die Scheibe noch eine richtige Scheibe war und keine Scheiblette. Gut, der Scheiblette geht es an den Kragen, doch sie ist wenigstens ein physischer Tonträger, mit Glück auch ansprechend und informativ aufgemacht. Somit verbleiben im Augenblick hautsächlich engagierte und spezialisierte Mailorderanbieter, die sich auf dem immer härter umkämpften Markt der Download-Verweigerer behaupten müssen. Sicher, ein Download als Appetithappen wird keiner verwehren, aber als einzige Quelle des Musikgenusses? Hier tummeln sich dann diverse Klein- und Kleinstlabels, in der Regel hochgradig spezialisiert und somit immer mit einer festen Zielgruppe vor Augen. Aber es kommt mittlerweile auch ziemlich häufig vor, dass CDs überhaupt gar nicht mehr über Labels produziert und vertrieben werden, sondern quasi in Eigenregie als vitale Ich-AG das Licht der Welt erblicken und dann entweder ausschließlich über zur Ich-AG gehörende Webseiten vertickt, oder zusätzlich über genannte spezialisierte Mailorder an den Mann/die Frau gebracht werden. Hinzu kommen noch reine Online-Plattengeschäfte, die solche Produkte auch gerne anbieten. Und genau so ein Erzeugnis hat jetzt vor kurzem den Weg in die Schublade meines Kasperplayers gefunden. Gentlemen's Blues Club heißt die Ich-AG und ist, wie der Name es schon vermuten lässt, eher eine Gruppen-AG. "Longhorn Honeymoon" heißt der Silberling aus den USA und der Zusatz "Volume 2" macht unmissverständlich klar, dass diese Veranstaltung einen Vorgänger haben muss. Richtig, "Shotgun Wedding" hieß vor zwei Jahren das Produkt und wurde in einem anderen Onlinemusikmagazin folgendermaßen abgefeiert: »"... im Meer der reichlich überflüssigen Bluesrock-Veröffentlichungen ist der GENTLEMEN'S BLUES CLUB eine lang ersehnte und kaum zu erhoffende Bereicherung. Groß!"« (Fred Schmidtlein / Home Of Rock). Dem konnte ich damals überhaupt nicht folgen, denn das Produkt kam meines Erachtens über gehobenes Genre-Mittelmaß nicht hinaus. Entsprechend skeptisch ging ich denn auch den ersten Hördurchgang des zweiten Streichs dieser sogenannten All-Star-Bluesband an, und wurde prompt überrascht. Irgendwas ist anders! Aber was nur? Mittlerweile, nachdem ich dieses Ding gar nicht mehr dem Laserstrahl entziehen mag, ist bei mir der Cent gefallen - es grooooovt!!! Im Gegensatz zum Vorgänger, auf dem echte Highlights eher rar waren, komme ich hier aus dem Swingen (nein, der Blues Club ist selbstredend kein Swingerclub!) gar nicht mehr raus. Eine typische Scheibe, auf der es sich kaum anbietet, jeden einzelnen Song auf dem OP-Tisch zu sezieren. Das ist Leib- und Magen-, Bauch- und Emotionsmucke. Letztlich nix anderes als oller Bluesrock, ein Genre, so ausgelatscht wie ne Palette Pfannkuchen. Aber die Gentlemen vom Blues Club gehen derart frisch, inspiriert, überraschend abwechslungsreich und mit unüberhörbarem Know How ans Werk, inklusive hervorragendem Songwriting, dass die Pfannkuchen zum Delikatessenschmaus metamorphieren. Wir finden auf der Gourmet-Karte solche Spezialitäten wie 70er Jahre-Rock at its best ("Are You Really Satisfied", "The Sky's On Fire"), Texas Blues mit funky Einschlag ("2 Kinds Of Woman"), Groove satt (allein Bill Withers "Use Me" lässt meine Gliedmaßen nicht mehr zur Ruhe kommen), Kreuzungen wie Albert Collins meets James Brown ("Take Time Out To Hear Me Some Blues"), ZZ Top meets Blues Traveler ("Run") oder Gov't Mule meets Deep Purple ("Green Eyed Lady"), wunderschöne Balladen (exemplarisch beispielsweise "The Blues Begin To Gray"), leichtfüßigen Jazz-Shuffle ("State Of Grace"), MOR-Ohrschmeichler (das Titelstück "Longhorn Honeymoon"), erstklassige, abwechslungsreiche Saitenarbeit, ebenbürtige Gesangsleistungen und häufig ein Sahnehäubchen in Gestalt einer virtuos, einfallsreich gedrückten Orgel. Mmh, lecker, das macht neugierig, wer für diesen Rausch der Sinne verantwortlich zeichnet. Nun, es ist wohl die derzeitige Crème de la Crème der südkalifornischen (Blues-)Rock-Szene, hauptsächlich in Gestalt zweier Protagonisten mit gemeinsamer Vergangenheit und selbstredend nur komplett verrückten Insidern wirklich bekannt. Projekt-Mastermind und Produzent Mick Stover gehörte zu den Gründungsmitgliedern einer fantastischen Bluesrock-Combo namens Buddaheads und ist auch auf deren Debütalbum von 1994, "Blues Had A Baby", mit seiner Arbeit an den dicken Saiten zu hören. Alan 'BB Chung King' Mirikitani wiederum ist der Kopf der Buddaheads und in seinem eigenen 24 Spur-Tonstudio wurde "Longhorn Honeymoon" auch aufgenommen. Er teilt sich nicht nur mit Dave Osti den Gesang, sondern übernahm auch das gesamte Engineering, den Mix und das Mastering. Diesen Job (und nicht nur diesen!) hat er formidabel erledigt, das Werk tönt satt, voll, differenziert und angenehm analog klingend aus den Böxchen, wenn auch mit einigen Schwächen in den Höhen und einem etwas überbetonten Bass. Witzigerweise gehört Alan Mirikitani offiziell immer noch nicht zur eigentlichen Band, genauso wie die beiden Drummer Joe Travers und David Raven, die fast das gesamte Album über die Felle bearbeiten. Stattdessen ist Dave Ferrara als offizielles Mitglied gelistet, schwingt aber nur einmal die Stöcke. Sachen gibt's! 'Dirty' Dave Osti röhrt übrigens nicht nur angenehm angeraut mit Blues und Soul in der Stimme ins Mikro, sondern kann als Saitenartist mit einem klasse 'Ton' überzeugen. Nicht mehr zum eigentlichen Club gehört der Saitenhexer Philip Sayce. Er komplettiert eine lange Liste von Special Guests. Für mein Empfinden kommt das dem Gesamtergebnis sehr zu Gute, denn Sayce gehört für mich zu der viel zu großen Fraktion von 'sich-selbst-Überholern'. Fazit: Ich kann nur eine dringende Kaufempfehlung aussprechen, denn in diesem Genre hat mich lange nichts mehr so uneingeschränkt überzeugt, wie dieses viel Herzblut und Freude rüberbringende zweite Werk der Bluesgentlemen, die an sich eher die Rockfraktion begeistern dürften, welcher der Hang zum Heftigen abgeht. Der Eingangs zitierte Schreiberlingskollege hat im Nachhinein doch Recht gehabt (ein Prophet?), zumindest dieses zweite Werk ist tatsächlich groß, in seiner äußeren Gestaltung zudem noch sehr ansprechend gemacht und somit ein Fels in der Brandung einer untergehenden Spezies namens CD. 9 von 10 RockTimes-Uhren” - Olaf 'Olli' Oetken

RockTimes

GBC VOLUME 2 - LONGHORN HONEYMOON Im letzten Jahr schlug "Shotgun wedding" in Bluesrock-Kreisen ein wie eine Bombe! Seinerzeit hieß es in unserem Review: "Ein Pracht-Werk! Das Album trägt im übrigen den Untertitel "Volume 1"... - was uns natürlich sofort 'heiß' werden läßt auf das, was da wohl noch kommen mag..."! Nun, jetzt ist es soweit: "Volume 2" ist erschienen, trägt den Untertitel "Longhorn honeymoon" und knüpft einfach nahtlos an den Vorgänger an, ja scheint die kühnsten Erwartungen nach der ersten Scheibe sogar noch zu übertreffen. Die "Hard-Rockin', Kick-Ass, All-Star Blues Band from Los Angeles, California" in absoluter Bestform! 4 (!) Weltklasse-Guitarslinger ("Dirty" Dave Osti, Buddaheads' Alan "BB Chung King" Mirikitani, der sich zudem etwa zur Hälfte den Lead-Gesang mit Osti teilt, Frank Simes aus der Band von Don Henley und "Wunderkind" Philip Sayce) lassen nichts anbrennen. Abgehende, dampfende Boogies, herrliche Shuffles, seelige, funky Grooves, prächtiger, traditioneller Retro-Blues, kraftvoller Classic-Rock, southern-rockin' Blues - die faszinierende, "hard-drivin'", nahezu alle Varianten des rockin' Blues ausschöpfende Welt des Gentlemen's Blues Clubs offenbart uns die ganze Faszination und Spannung des Genres, dargeboten von perfekten Handwerkern, von außergewöhnlichen Musikern (auch Bassist Michael Stover, einst Gründungsmitglied der Buddaheads und mit Leuten wie u.a. Pat Travers, Johnny Winter und auch Joe Bonamassa auf Tour, die Drummer Dave Ferrara und David Raven, sowie Organist Teddy ZigZag sind eine Klasse für sich), von grandiosen Gitarrenhelden, von absoluten "Bluesrock-Verrückten", deren Herzen, das spürt man zu jeder Sekunde, mit ihrer Musik immer wieder auf's Neue aufblühen. Die haben Spaß an dem was sie tun, und das kommt prächtig rüber! Gleich der Opener "2 kinds of women" ist ein Knüller: Toll groovender, von klasse funky Rhythmen und viel Dynamik geprägter, kochender Bluesrock, garniert mit glühenden Gitarrenläufen des grandiosen Philip Sayce (der Bursche spielt einfach wunderbar)! Feine Orgel-Licks im Hintergrund, großartiger Gesang von Alan Mirikitani! Wieder leicht funky, gespickt mit dreckigen Gitarrenläufen von "Dirty" Dave Osti groovt uns das anschließende, shuffelige, großartige "The sky's on fire" entgegen... - und ob "der Himmel hier brennt"! Tolle Percussion, tierisches Gitarrensolo! Nicht nur hier fällt auf, dass die Ausflüge der beteiligten Gitarreros exakt und messerscharf auf den Punkt kommen. Die Jungs spielen, bei aller Virtuosotät, ungemein präzise und prägnant, verlieren sich nicht in ausufernder Selbstdarstellung! Überaus beeindruckend! Nach dem, mit dezenten, keineswegs störenden, kurzen Bläser-Einlagen aufgepeppten Soul-/Funk-Blues "Take time out to hear me some blues" folgt mit dem packenden, gewaltig abgehenden, von Dampf und Dreck begleiteten, rockin' and rollin', southern-fueled Boogie-Ritt "Run" der nächste Kracher! Exzellente, überschäumende, traumhafte Gitarrensoli von Osti, eine fulminante, würzige Bluesharp und mächtig nach vorn treibende, dynamische Riffs bescheren uns die absolute Bluesrock-/Boogie-Wonne! Eine Hammer-Nummer! Wie auch das etwas entspanntere "Walkin' dead" mit seinen effektvollen E-Gitarren und der schönen Acoustic Gitarren-Begleitung, oder der herrlich swingende, von magischen E-Gitarren-Läufen und dem starken Gesang Mirikitani's geprägte Boogie-Bluesrock "State of grace", der einerseits ungemein flüssig und eingängig in unsere Ohren fließt, andererseits aber auch pure Würze, Kraft und Feuer versprüht, fette Gitarrensoli inklusive! Das setzt sich ohne Ausnahme bis zum Ende auf diesem hohen Level fort! Der zweite Streich des Gentlemen's Blues Clubs ist erneut ein absoluter Genre-"Hit"! Haben wir zuvor erwähnt, mit welchem Idealismus die beteiligten Akteure am Wek sind und das ihnen bei dem, was sie tun mit vollem Herzen dabei sind, so können wir dies auch unverblümt auf die Genre-Fans transportieren: Leute, auch Euch wird das Herz bei einer Ansammlung solcher Bluesrock-Hochkaräter aufgehen! Der Gentlemen's Bluesclub mit einer weiteren Demonstration variantenreichen Gitarren-Bluesrocks "par excellénce"!” - Dirk Wenzel

— Baerchen Records

Review of GENTLEMEN'S BLUES CLUB: SHOTGUN WEDDING - Collector's Edition Special Collectors Edition plus 5 Bonus Tracks - 3 live recordings und eine rare extended Version von "White Room" feat. das komplette un-cut Philip Sayce Solo - Hoppla, da schwingt aber jemand das ganz feine Seziermesserchen und zwingt den bösen Kritiker flugs auf die Knie. Wenn der sich nämlich geistig schon mal auf ein Schlachtfest einstellt, weil THE GENTLEMEN'S BLUES CLUB sich an Whipping Post von den geliebten ALLMAN BROTHERS "vergehen". Auf Sakrileg steht Worthaue und schon ist der Verriss fertig. Halt! Was da den Boxen entweicht ist ja Whipping Post und keine Whipping Post-Verballhornung. Menschmeier, das durfte man nicht erwarten. Also gleich nochmal und nochmal angehört, es wird doch wohl wenigstens ein klitzekleiner Fauxpas zu entdecken sein, aber nix, dieses Whipping Post bleibt in dieser Form die zweitbeste Version ever. Gut, dann packen wir das Hackebeil wieder ein und widmen uns dem zweiten Coversong auf diesem Album, White Room von den seligen CREAM. Die Nummer ist so abgenudelt, dass man sie ohne schlechtes Gewissen als Gammelfleisch bezeichnen kann. Und wieder: Verdammich nochmal, diese Band ist großartig! White Room mit einem monströsen zweistimmigen Gitarrensolo, dass einem ganz anders wird vor Begeisterung. Jetzt greifen wir erstmal zu einem Tässchen Bier und beschäftigen uns näher mit diesem ehrenwerten Blues Club. Die Band wird vollmundig als All-Star Kapelle angekündigt. Nun ja, die Herren sind zwar eher in der zweiten Reihe beheimatet, aber auch von dort lassen sich wunderschöne Flanken schlagen. Der bekannteste Name ist wohl der des Studioengineers Alan Mirikitani, besser bekannt als B.B. Chung King von den BUDDAHEADS. Der tritt auf dem Album öfter mal als Gitarrist und Sänger in Erscheinung und fügt sich bestens ins Geschehen ein. Die anderen? Michael Stover, Philip Sayce, Dave Osti, Teddy Zig Zag, Mike Huckler, David Raven. Allesamt begehrte Musiker, aber vermutlich nur dem ganz inneren Kreis der Fangemeinde bekannt. Dem interessierten Leser sei an dieser Stelle ein längerer Ausflug auf die diversen Homepages der Herrschaften empfohlen (Augen links, da sind die Links!). Bandname, Rudelbildung von Cracks und Edelaufmachung eines Produkts lassen in vielen Fällen auf glattgebügelte Profimucke ohne Soul und Tiefgang schließen, THE GENTLEMEN'S BLUES CLUB haben das genaue Gegenteil geschafft. Mit gleich 4 überragenden Sängern und Gitarristen plus bei Bedarf eingesetzten Keyboards von Teddy Zig Zag hat die Band ein kompaktes, wunderschönes Rockalbum eingespielt, das vor Groove und Ideen schier tropft. Indikator für ein gelungenes Experiment sind für den Rocker die Balladen einer Platte. Acoustic-Songs wie Like The Thorn Protects The Rose oder The Bastard (was für eine traumhafte Gitarre) hat man in diesem Glanz seit längerem nicht mehr gehört. Aber auch im reduzierten Trioformat und mit einem trocken rockenden Titel können die Gentlemen völlig überzeugen: Living At The Aztec Hotel besticht durch seine Dichte und eine federnd-pumpende Gitarre die ihresgleichen sucht. Gleich danach treten die Herren Osti, Sayce und Mirikitani im eigentlich simplen Lyndell Shuffle an und werfen sich die Soli wie Zirkusjongleure zu. Auf beinahe jeder anderen CD wäre Whipping Post das absolute Highlight, speziell in so einer begnadeten Version, auf "Shotgun Wedding" ist es 'nur' eins von zehn, aber was für eins. Mike Huckler singt sensationell, Osti und Mirikitani lassen dazu die Gitarren wie lautlos gleitende Segelflugzeuge in die Stratosphäre fliegen und über allem die Hammond von Zig Zag. So, und nur so, kann man Jahrzehnte danach noch neue Fans für diese Art Musik finden. Für White Room gilt selbiges, diesmal sind es die Herren Osti und Sayce, die brillieren. Hätten WISHBONE ASH, THIN LIZZY oder LYNYRD SKYNYRD den Song jemals gespielt, sie hätten sich verdammt anstrengen müssen, um diese Intensität und Gitarrenmacht zu erreichen. Beim Titelsong sind es wieder drei Gitarren und eine beinahe verschwenderische Harmoniefülle, die auf eine mindestens doppelt so lange Spielzeit wie die tatsächlichen vier Minuten hoffen lassen. Das gilt für die gesamte CD, man wünscht sich die Band live und in unbegrenzter Länge. Kurz und gut, im Meer der reichlich überflüssigen Bluesrock-Veröffentlichungen ist der GENTLEMEN'S BLUES CLUB eine lang ersehnte und kaum zu erhoffende Bereicherung. Groß!” - Fred Schmidtlein

— Home of Rock - Das Rock Magazin

REVIEW OF GBC COLLECTOR'S EDITION "Collectors edition mit 3 Live-Tracks und 2 "alternate studio mixes"! "Ja das ist doch mal ein edler Club mit schillernden Persönlichkeiten! Tierische "All-Star-, High Energy-, Kick-Ass"- Rock-/Bluesrock-Truppe aus L.A. um die 3 (!) Gitarren-Helden "Dirty" Dave Osti, Alan "BB Chung King" Mirikitani (Buddaheads) und Philip Sayce, dessen furiose Solo-CD "Peace machine" gerade die Bluesrock-Welt in einen Begeisterungstaumel stürzte! Und nun läßt man diese Burschen auch noch gemeinsam auf uns los! Was da an grandiosen Gitarrenläufen zu erwarten ist, braucht ja wohl nicht weiter erläutert zu werden... - es ist einfach wunderbar! "Shotgun wedding", ihr Debutalbum, ist schlichtweg ein Knüller! Ins Leben gerufen von Bassist und Produzent Michael Stover (hat das Teil ungemein sauber, fein abgestimmt, trocken, messerscharf und punktgenau produziert), einem Gründungsmitglied von Alan Miritikani's Buddaheads, spielen die Jungs einen über jeden Zweifel erhabenen, bärenstarken, sehr facettenreichen Gitarren-Bluesrock, dessen Spannbreite von feurigen, voller Tradition und Seele steckendem Retro-Stoff, über flockig, lässige, dennoch sehr kraftvolle und würzige, bluesige, dem Classic-Rock nahestehende Nummern, über semi-akustische, rootsige Ausflüge, bis hin zu abgehenden Shuffles und großartigen Annäherungen an den Southern-Blues(Rock) reicht. Die Grundlagen für das prächtige Gelingen dieser phantastischen Scheibe sind zum einen sicher die außergewöhnliche individuelle Klasse der einzelnen Akteure, die solistisch allesamt zu dem Exquisitesten zählen, was das Genre zu bieten hat, zum anderen aber auch die spürbare Leidenschaft und Liebe zu der Musik, die sie zelebrieren, die hingebungsvolle Spielfreude, mit der sie ans Werk gehen, und, ein ganz wichtiger Aspekt, die Freundschaft, die Seelenverwandtschaft und die gegenseitige, künstlerische Hochachtung, die sie menschlich und musikalisch zu einer jederzeit harmonisierenden Einheit zusammengeschweißt hat, bei der es keiner nötig hat sich mit einzelnen Höchstleistungen zu profilieren, sondern jeder seinen Anteil gleichermaßen zu einem wunderbaren, gemeinsamen Bandprojekt beiträgt. Bei solchen Gitarren-"Stars" nicht unbedingt selbstverständlich, klappt das bei diesen drei vorzüglich! Den Gesang übernimmt zumeist "Dirty" Dave Osti, der über eine großartige, kratzige, leicht Whiskey-gegerbte Stimme verfügt, die seinem (Spitz)Namens-Zusatz alle Ehre macht. Hin und wieder übernimmt auch Philip Sayce den Lead-Gesang! Prächtiges Songmaterial, bestehend aus 8 Eigenkompositionen und 2 tollen Coverversionen! Und diese Gitarrenläufe, -riffs,- licks, -linien, -soli, -ritte... - wie immer man das nennen mag, sind ein Fest für die Saiten-verwöhnten Ohren! Was soll man zu solchen Leuten noch sagen? Das ist die "Champions-League", und so präsentieren sie sich auch! Zumeist agieren pro Song 2 Gitarristen miteinander, bei zwei Tracks sind sie alle drei am Start! Dabei ist der Pegel des "Soundwalls" gar nicht mal auf Vollgas oder am Limit kratzender Lautstärke fixiert, was gleichzeitig aber in keinster Weise auf mangelnde Power, mangelnden Druck, oder mangelndes "Feuer" hinweisen soll. Überhaupt nicht! Die Band spielt einfach nur wunderbar transparent, klangtechnisch sauber aufeinander abgestimmt, präzise, variabel, virtuos und sehr agil! Tolle Licks, herrlich quirlige Gitarrenläufe, ein mächtig groovender Rhythmus, lässiger Drive und Osti's rauer Gesang prägen den "Killer"-Opener "Dust broom", einen schwungvollen, sehr vitalen Retro-Bluesrocker vom Allerfeinsten, der einen sofort in den magischen, unwiderstehlichen Bann dieser "Gentlemen" zieht! Phantastisch, das glühende Wah-Wah-Solo von Philip Sayce im Break! Locker, flott, aber dennoch sehr energisch, ausgestattet mit einer klasse Melodie, rocken sie anschließend mit transparenter Gitarren-Vehemenz (alle 3 sind am Werk) durch das tolle Titelstück "Shotgun wedding", vollgepackt mit mitreißenden Soli! Es folgen zwei herrliche Balladen, semi-akustisch instrumentiert: Zunächst das rootsige, entspannte und melodische "Like a thorn protects the rose" und danach das von wundervoller, leicht halliger Acoustic Slide dominierte, erneut recht rootsige, mit knackigem Drumming, Whiskey-getränktem Gesang und begnadeten Soli auf der Acoustic-Gitarre ausgestattete "The bastard"! Jede Menge würziges Southern-Boogie-Riff-Flair vermittelt das dynamische "Living at the Aztec hotel", ehe der großartige, wunderbar geschmeidug, aber dennoch kraftvoll "rollende" "Lyndell shuffle", ein exzellentes Instrumental, auf dem Programm steht, bei dem alle drei Gitarristen ihren Platz für herrliche, ihr ganzes Können demonstrierende, "aus dem Handgelenk gespielte", würzige Soli finden. Toll der Schlagzeug-Drive und die prächtig integrierte Hammond-Orgel! Ganz stark auch der kraftvolle, das Album schließende, von fingerfertigen Gitarrenläufen durchzogene, Alan Miritikani-written, voller "Soul" steckende Midtempo-Blues "Miser Blues", bei dem Philip Sayce in klasse Manier den Lead-Gesang übernommen hat! Noch ein Wort zu den beiden Coverversionen: Das ist zum einen eine brodelnde Fassung der Allman Brothers-Hymne "Whipping post" (tolles Southern-Blues-Flair und klasse Double-Leads), sowie eine ebenso starke, satte Version des Cream-Klassikers "White room"! Dieser Gentlemen's Blues Club setzt mit "Shotgun wedding" ein deutliches Zeichen, wie man würzigen, kraftvollen, technisch versierten, spielfreudigen, knackigen, kraftvollen und äußerst angenehm rüber kommenden Bluesrock im Jahre 2006 zu spielen hat! Ein Pracht-Werk! Das Album trägt im übrigen den Untertitel "Volume 1"... - was uns natürlich sofort "heiß" werden läßt, auf das, was da wohl noch kommen mag...” - Dirk Wenzel

— Baerchen Records